• Sichere Dir jetzt Deine Prämie.
  • Bereits ab 20€ gibts einen Gratis Tischkalender!
  • OSTERAKTION - jetzt Geschenk sichern!
  • GRATIS Mousepad und Wandplaner zu jeder Bestellung
Angebote in:
Angebote noch:

Sony Alpha 9 - Der Test, der alles verändert

Ich fotografiere seit 2006 in der MotoGP. Aus irgendeinem Grund habe ich mich damals für Canon entschieden und mit einer EOS 20D angefangen. Spiegelreflex also von Anfang an. Es kam ja nur Nikon oder Canon in Frage. Über die ganze Zeit wurde alles professioneller, sodass ich seit ein paar Jahren mit zwei Canon 1DX an der Strecke anzutreffen bin. Mit dabei natürlich auch bekloppt viele Objektive, wovon es für Canon ja mehr als genug gibt und dazu noch richtig geile Ausnahmelinsen.

Seit gefühlten 1,5 Jahren treibt nun Sony auch bei bei den MotoGP-Fotografen sein Unwesen. Ich habe es anfangs belächelt. Ich dachte mir, so gut kann das doch gar nicht sein. Zum Grand Prix in Brünn und Spielberg bekam ich nun die Gelegenheit die Sony A9 inkl. einiger Objektive intensiv zu testen. Ich hatte schon genau die Bilder im Kopf, die mit der Canon nie machbar waren. Also ging es voller Euphorie nach Brünn.

Nach dem ersten Tag kam die Ernüchterung. Die Umstellung nach 13 Jahren Spiegelreflex mit optischen Sucher auf digitalen Sucher hat mich völlig verrückt gemacht. Ich sah die Welt durch einen Monitor und nicht so wie sie ist. Ich fühlte mich irgendwie getrennt von dem was wirklich vor der Kamera passiert. Aber Aufgeben galt nicht, der elektronische Sucher hat ja auch viele Vorteile. Also Vollgas weiter.

Je länger ich mit der Sony fotografierte, desto mehr gewöhnte ich mich dran und es war auf einmal komisch, wenn ich die 1DX mal wieder in die Hand nahm.

Wo ist die Sony nun besser? Warum steht man öfter staunend da und denkt sich "WTF"? Dazu gehe ich hier mal auf die einzelnen Punkte ein, mit denen die Sony der Canon den K.O. Schlag verpasst.

Autofokus:

Fangen wir gleich mal mit dem eigentlichen K.O. Schlag an. Um es kurz zu machen, man kann an das Thema Autofokus einen riesengroßen grünen Haken machen. Der Fokus sitzt. PUNKT. Egal wie, egal wann und in welcher Situation. Wenn er nicht sitzt, dann hat man es selber verrissen. Ende Start-Ziel Anbremsen von hinten. Mit der Canon fast aussichtslos. Blende 3,5, Bumm, fertig, Fokus sitzt. Alles was man tun muss, ist den Fahrer zu treffen. Blende 2.8 wäre auch kein Ding. Hat man das Objekt einmal eingefangen, kann man die Serie durchschießen, es passt alles.

Egal ob die Fahrer auf einen zugeschossen kommen oder sich entfernen, es spielt keine Rolle. Blende 2.8 mit dem 400er kein Problem. Blende 1.4 mit dem 85er oder dem 50er? Kein Problem. Es ist auch egal wie weit das Objekt entfernt ist. Fokus sitzt. Aus der Boxenmauer gelehnt, 85mm 1.4, kein Problem.

Abgesehen davon, dass der Fokus sitzt, ist auch die Geschwindigkeit, wie schnell fokussiert wird, unfassbar. Eben noch komplett daneben gelegen, ist das Objekt in Bruchteilen einer Sekunde scharf. 

Odendaal-Steven-Spielberg-C-Lekl-09-August-2019-11-13-13stzZYNTBVPBKDcSony A9 mit 400mm 2.8 - ISO50, f3.5, 1/1600s

So ändert sich auch mein Workflow. Sonst sortiere ich beim ersten Sichten die unscharfen und damit unbrauchbaren Bilder raus. Jetzt kann man sich diesen Schritt sparen. Na klar, gibt es hier und da Ausschuss. Dann aber weil man selber nicht getroffen hat. Der Autofokus ist der K.O.Schlag und um Welten besser. Vor allem für mich, weil ich größtenteils offenblendig fotografieren.

Dinge wie das Fokustracking, bei dem die Kamera das Objekt von selber weiterverfolgt oder auch die Gesichts-und Augenerkennung lassen einem dann völlig die Kinnlade runterklappen. Ich habe diese Möglichkeiten aber kaum genutzt und bevorzuge den kleinen Fokuspunkt, den dort platziere wo ich es brauch. Damit kommen wir gleich zum nächsten Punkt:

Platzierung des Fokusfeldes

Im Gegensatz zur Spiegelreflex kann ich das Fokusfeld auf dem gesamten Sensor verteilen. Komplett in die obere linke Ecke? Kein Problem. Bei der Spiegelreflex muss das Bild bei gewissen Bildgestaltungen stark beschnitten werden, weil das man gar nicht so weit am Rand fokussieren kann.

Dovizioso-Andrea-Br-nn-C-Lekl-03-August-2019-10-00-46sSony A9 mit 400mm 2.8 - ISO50, f2.8, 1/3200s

Belichtungszeiten

Mit der Sony sind Belichtungszeiten bis zu 1/32.000s möglich. Völlig krank. Wer schonmal bei voller Sonne mit Blende 1.4 oder gar 1.2 fotografiert hat, wird bemerkt haben, dass die üblichen 1/8.000s sehr kanpp werden und teils die Lichter im Bild trotzdem ausgefressen sind. Also ist Luft nach oben auf jeden Fall von Vorteil. Ich hatte mehrmals den Fall, bei 1/16.000 zu landen. Solche Werte sind allgemein mit einer Spiegelreflexkamera bauartbedingt unmöglich.

Miller-Jack-Spielberg-C-Lekl-08-August-2019-14-29-18sk7qgIy8AwtS6JSony A9 mit 85mm 1.4 - ISO100, f1.4, 1/16.000s

Klappdisplay

Wie hab ich das immer bei der 1DX vermisst. Selbst wenn es ginge, per Liveview fokussieren kanns du glatt knicken. Endlich muss ich mich nicht mehr halb hinlegen. Das wird nämlich soweiso nicht gern gesehen bzw. ist ja teils auch ausgeschlossen in der Boxenaction sich dort halb am Boden rumzuwälzen. Jetzt klapp ich das Display hoch, stelle die Kamera auf den Boden und bekomme mega Perspektiven. Das einzige was ich mir da noch wünschen würde, wäre ein farbiger Fokuspunkt, da der schwierig zu erkennen ist.

Auch sonst ergeben sich völlig neuen Möglichkeiten mal nicht direkt durch den Sucher zu fotografieren.

Marquez-Marc-Spielberg-C-Lekl-09-August-2019-13-43-28sYci9VAc8jGCJFSony A9 mit 85mm 1.4 - ISO100, f1.4, 1/16.000s

Dynamikumfang

Beim Bearbeiten der Bilder in Lightroom musste ich mehrmals die Augebrauen hochziehen. Ich konnte an den Reglern in Regionen ziehen, die vorher nicht möglich waren oder nur mit starken Detailverlusten. Hier ein Beispiel. Ich hatte noch die falsche Einstellung an der Kamera und traf zufällig auf Pol Espargaro. Die Situation dauerte vielleicht 3sec. Mehr Zeit war nicht. Mit der 1DX hätte ich dieses Bild wegschmeißen können. Bei der Sony ist das Gesicht 3,5 Blendenstufen aufgehellt und es sieht immer noch top aus. Ich habe in der Bildbearbeitung einfach noch mehr Möglichkeiten. Im Übrigen schieße ich alles in RAW.

Espargaro-Pol-Spielberg-C-Lekl-07-August-2019-17-43-00sx8hUpEKxtDjpu

Espargaro-Pol-Spielberg-C-Lekl-07-August-2019-17-43-00s-2Sony A9 mit 85mm 1.4 - ISO100, f1.4, 1/800s

Lautlos

Am Anfang habe ich immer gedacht: "Wann macht denn die Kamera nun ein Bild?". Dabei sind die ganze Zeit schon Bilder durchgelaufen. Für mich totales Neuland. 

Es gab in der Vergangenheit immer wieder Situaltionen in denen der laute Spiegelschlag der 1DX wirklich gestört hat, etwa bei Pressekonferenzen oder Interviews. Da war es teilweise schon sehr unangenehm. Es gab auch schon mehrere Schweigeminuten in denen der Spiegelschlag mehr als unangebracht war. Mit der Sony ist einfach Ruhe. Nach einer Weile habe ich festgestellt, dass sich diese Ruhe auch auf mich überträgt. Es fühlt sich alles nicht mehr so hektisch an und so kann ich entspannter fotografieren, was sich sehr positiv auf die Kreativität auswirkt.

Rossi-Valentino-Spielberg-C-Lekl-07-August-2019-17-38-08sSony A9 mit 85mm 1.4 - ISO100, f1.4, 1/320s

Serienbilder bis zu 20 Bilder je Sekunde

Alter, was ist das für ein Wahnsinn. 20 Bilder je Sekunde. Das ist fast ein Film, den man da dreht. Brauch man das?

Ja, es ist gut diese Möglichkeit zu haben. Ich habe zu 98% mit 10 Bilder je Sekunde fotografiert. Wenn man aber wirklich den perfekten Moment einfangen möchte, dann ist es gut auf Anschlag zu drehen. In Zusammenhang mit dem perfekten Autofokus ist dann einfach der entscheidende Moment im Kasten. Wie oft hatte ich diesen in der Vergangenheit verpasst weil der Fokus nicht passt oder die Situation eben genau zwischen der Sequenz lag. 

MotoGP-Race-Spielberg-C-Lekl-10-August-2019-14-35-52srXKLqNeEAKJFMSony A9 mit 85mm 1.4 - ISO100, f3.5, 1/1600s

Kein Schwarzbild mehr

Dadurch, dass der Spiegel wegfällt, hat man kein Schwarzbild mehr. So kann ich mehr am Geschehen bleiben und die Action wird sozusagen nicht immer unterbrochen. War nie ein großes Problem aber wenn man drauf verzichten kann, dann gerne.

Pr-stel-GP-Spielberg-C-Lekl-08-August-2019-13-20-40s-2Sony A9 mit 85mm 1.4 - ISO100, f16, 1/30s

Was gibt es sonst noch?

Gewicht und Größe

Die Kamera ist einfach mal über 500g leichter und das inkl. Batteriegriff. Wenn ich diesen weglasse, dann wiegt das Teil rund ein Kilo weniger als meine 1DX. In Zusammenhang mit der Größe ist das der Hammer. Du kannst die Kamera halt auch mal so mitnehmen und hast nicht diesen schweren Klotz dabei. 

Klar, die Sony liegt nicht so perfekt in der Hand wie die Canon, da ich aber immer eine Handschlaufe verwende ist das kein Problem

Verschleißfrei

Da die Spiegelmechanik wegfällt, arbeitet man im Grunde verschleißfrei. Am Wochenende entstehen insgesamt ca. 10.000 Bilder. Der Spiegelkasten der 1DX ist auf 500.000 ausgelegt. Bei der Sony kann ich einfach mal durchlaufen lassen. Das einzige was ans Limit kommt ist der Speicherplatz.

Wozu denn dann überhaupt noch eine Spiegelreflexkamera?

Ja, ehrlich...keine Ahnung. Da fällt mir am ehesten der Sucher ein. Wer also wirklich nicht klar kommt mit dem elektronischen Sucher, der ist wohl bei der DSLR besser aufgehoben. Aber erstens werden die Sucher immer besser und zweitens hat er auch viele Vorteile und man gewöhnt sich dran. Ich kann zum Beispiel durch den Sucher das fertige Bild kontrollieren, ohne das die Sonne auf dem Display blendet.

Was mir noch einfällt ist die Robustheit. Wenn die 1DX oder früher die 1D MK III runterfällt, hebst Du sie auf und machst weiter, fertig. Ob das mit der Sony geht, wage ich mal zu bezweifeln. Die Canon ist da schon mehr ein Werkzeug, einfach für den brutalen Einsatz gedacht.

Gibts denn überhaupt nichts zu bemängeln oder zu verbessern an der Alpha 9?

Ja, hier und da sollten schon noch paar Schrauben gedreht werden.

Als erstes komme ich wieder auf den elektronischen Sucher zurück. Er ist gefühlt einfach zu träge. Es passiert halt in der Anzeige nichts just in time. Für die Actionfotografie dauert es einfach ein Sekunde zu lange, so bekloppt das auch klingen mag. Ich drehe die Belichtung runter oder nehme die Kamera hoch und fokussiere an und dabei reagiert der Sucher einfach zu träge.

Dann ist das Bild, welches ich im Sucher angezeigt bekommen irgendwie zu künstlich und hat mit dem nachher entstehenden Bild relativ wenig zu zun. Die Kontraste sind zu hoch, die Farben auch irgendwie komisch, da ist auf jeden Fall noch Luft nach oben.

Ansonten sind es nur Details wie ein einfärbbarer Fokuspunkt, das störende Hauptrad zur Belichtungseinstellung oder das erstaunlicherweise störende Bildrauschen bei höheren ISO-Werten.

Fazit

Nachdem ich die Kamera den ersten Tag hatte, habe ich gesagt, dass das der Todesstoß für die Spiegelreflexkameras ist. Und so ist es auch. Rein vom technischen Ansatz kann eine Spiegelreflex da schon nicht mehr mithalten. Sie hat bauartbedingt keine Chance. Die einzige Hürde wird für viele nur der elektonische Sucher sein an den es sich zu gewöhnen gilt. Die Sony Alpha A9 ist nah dran an der für mich perfekten Kamera. Hier und da noch was verbessert und man hat die ultimative Kamera in der Hand. Die Alpha 9 ist ein neues Level. ich hätte nie gedacht, dass ein solcher Sprung nach vorn möglich ist. 

Canon hat da leider den Anschluß komplett verpasst. Mit einer EOS R lockt man niemanden hinter dem Ofen hervor. 

Ja, und so kann ich mir nun Gedanken machen ob ich das System wechsel oder nicht. Der Kontostand wird mir wohl den Vogel zeigen.....

Ich wünsche Euch immer gut Licht

Ronny

ich-Sony-Spielberg-Vaclav-Duska-Jr©Vaclav Duska jun.

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.

  • Super

    Total interessant. Danke, dass Du uns bei diesem Erlebnis so tiefgründig mitgenommen hast. Bin gespannt was dabei herauskommt.

Diese Website nutzt Dienste von Facebook® u.a. zur Optimierung von Anzeigen. Sie können der Nutzung hier widersprechen. Mehr erfahren